Verhaltenstipps

Wie verhalte ich mich als Beschuldigter in einem Strafverfahren ? Allgemeine Verhaltenstipps im Strafrecht und Ermittlungsverfahren

 

Wir alle sind verpflichtet, den Anordnungen von Vollstreckungsbeamten (Polizei, Gerichtsvollzieher, Feldjäger) Folge zu leisten. Leisten Sie also bitte keinen Wiederstand und bleiben in jedem Fall höflich. Wenn die Anordnungen der Vollstreckungsbeamten rechtswidrig waren, kann das Ihr Rechtsanwalt für Sie klären und entsprechende Schritte einleiten.

Wichtig ist, dass Sie sich nicht äußern, nichts unterschreiben und keiner Maßnahme zustimmen. Aus Ihrem Schweigen darf nichts zu Ihrem Nachteil abgeleitet werden.

Aus Ihren vielleicht unbedachten Äußerungen jedoch sehr wohl. Aus diesen werden Aktenvermerke gefertigt, auf deren Inhalt Sie keinen Einfluss haben.

Sie sind nur verpflichtet, Angaben zu Ihrer Person zu machen, d.h.:

- Name,
- Anschrift,
- Geburtsort und Geburtsdatum,
- Familienstand,
- Verwandtschaftsverhältnisse.

 

Sie sind nicht verpflichtet, sich zu irgendeinem Sachverhalt oder einem Vorwurf zu äußern! Das gilt in jedem Fall gegenüber der Polizei und es gilt auch, wenn beteuert wird, dass Sie nur als Zeuge aussagen sollen. Fehler, die hier begangen werden, können später nur schwer wieder korrigiert werden.

Muss ich als Beschuldigter bei der Polizei aussagen ? Besonderheiten bei einer Vorladung in einem Strafverfahren

Auf die allgemeinen Verhaltenshinweise darf vorab Bezug genommen werden.

Beachten Sie bei Vorladungen in einem Strafverfahrens immer die nachstehenden 3 Empfehlungen:

1. Gehen Sie nicht zum Termin.

Als Beschuldigter sind Sie nicht zur Aussage verpflichtet und müssen auch nicht bei der Polizei erscheinen.

2. Rufen Sie auch nicht an.

Auch über ein Telefonat werden Aktenvermerke gefertigt und Polizeibeamte können Sie dazu veranlassen, am Telefon doch noch Äußerungen zur Sache oder zu einem später vielleicht bedeutsamen Randgeschehen zu tätigen, die dann wiederum als Vermerke Eingang in die Akte finden.

3. Versuchen Sie nichts selbst zu klären.

Warten Sie ab, bis Ihr Anwalt Akteneinsicht genommen hat, um Fragen zu klären. Vor Akteneinsicht weiß nur der Vernehmungsbeamte, was er eigentlich klären will. Polizeibeamte sind geschult mit völlig beiläufigen Fragen doch noch Erklärungen zur Sache zu erhalten, die Sie belasten können und voll verwertbar sind.

Soll ich mich überhaupt in einem Strafverfahren als Beschuldigter äußern ?

Als Beschuldigter steht Ihnen im gesamten Verfahren ein Aussage­ver­weigerungsrecht zu. Davon sollten Sie zumindest bis zur Akteneinsicht durch Ihren Verteidiger in jedem Fall Gebrauch machen.

Ihr Verteidiger ist berechtigt, Akteneinsicht zu nehmen und danach mit Ihnen den Akteninhalt und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Fehler, die Sie als Beschuldigter ohne anwaltlichen Beistand machen könnten, sind später kaum wieder auszubügeln.

Grundsätzlich gilt daher für das gesamte Strafverfahren:

1. Verweigern Sie jede Aussage zur Sache und lassen Sie Ihren Verteidiger Akteneinsicht nehmen. Versuchen Sie auch in scheinbar klaren Sach­ver­halten nie, die Sache selbst bei der Polizei zu klären.

2. Stimmen Sie mit Ihrem Verteidiger nach Akteneinsicht ab, ob sich zur Sache eingelassen werden sollte oder ob Schweigen die bessere Strategie ist.

3. Äußern Sie sich nur schriftlich über Ihren Anwalt bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft zur Sache.

Ich habe einen Strafbefehl erhalten, was nun ? Besonderheiten bei einem Strafbefehl

Es macht Sinn, hier sofort mit Ihrem Rechtsanwalt Kontakt aufzunehmen, denn bei einem Strafbefehl gelten kurze Rechtsmittelfristen.

Nur, wenn im Strafbefehl eine Freiheitsstrafe verhängt wird, ordnet das Gericht von Amts wegen einen Pflichtverteidiger bei. Es macht keinen Sinn, jeglichen Kontakt zu dem bestellten Pflichtverteidiger zu verweigern oder zu ignorieren, denn das könnte Ihre Situation verschlimmern. Der Rechtsanwalt klärt Sie über die Möglichkeiten und Risiken, die bestehen, auf. Diese Pflichtverteidigung endet mit der Einlegung des Rechtsmittels, wenn Sie den Anwalt dazu beauftragen.

Nach Rechtsmitteleinlegung geht das Strafbefehlsverfahren in ein normales Strafverfahren über.

Für dieses eigentliche Strafverfahren können Sie einen anderen Pflichtverteidiger wählen.

Im weiteren Verfahren kann ein zunächst fristwahrend eingelegtes Rechtsmittel nach Akteneinsicht entweder zurückgenommen oder das Verfahren fortgesetzt werden.

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